Wahlkreis Gichugu

Der Landstrich Gichugu liegt etwa 130 km nördlich von Nairobi in der Provinz Kirinyaga am Fuß des 5199 Meter hohen Mount Kenya. Die Landwirtschaft ist in dieser Gegend die wich-tigste Einkommensquelle. Das Land der Bauern dieser Gruppe liegt in 1734 Meter Höhe, es ist fruchtbar und produktiv, aber immer noch nicht ausreichend entwickelt.


Erreichen des Marktes
Eine Führungsgruppe gründete im Jahr 2008 die demokratische Gemeinschaft Gichugu De-velopment Association (GDA) (auf Deutsch: Gichugu Entwicklungsgesellschaft), zur Entwicklung von Projekten in diesem Gebiet. Weil der Landbau, insbesondere der Gartenbau für das Einkommen der Bevölkerung wichtig ist, wollte die GDA dafür sorgen, dass die Landbauprodukte auch wirklich den Markt erreichen. Darum gründete sie 2008 die Gesellschaft Gichugu Agro-Produce Limited (GAP). Die GDA sorgte dafür, dass die Exportfirma Tropical Fresh Produce von der GAP Gartenbauprodukte kauft und diese auf den Markt bringt. Für diese Zusammenarbeit haben die Parteien im November 2009 einen Vertrag geschlossen. Darüber hinaus schloss die GAP Verträge mit den einzelnen Bauern, die sich damit der Organisation als Mitglied anschlossen. Die Bauern sehen in der Fairtrade Zertifizierung die einzige Möglichkeit einen besseren Markt zu erreichen. Für noch wichtiger halten sie die Transparenz des Handels, weil dabei außer ihnen selbst auch die Exportfirma kontrolliert wird. Zurzeit besteht die gesamte Bauerngruppe aus ca. 200 Mitgliedern.


Wissenswertes
Die einheimische Bevölkerung, die Kikuyu, nennt das Mount-Kenya-Massiv 'Kirinyaga', weil sie glaubten, dass es die heilige Wohnstatt ihres Schöpfers und ihrer Vorfahren war. Ein mystischer Berg also, schon deshalb, weil die Bergspitze 23 Stunden am Tag von Wolken verborgen bleibt. Nur am frühen Morgen, etwa um halb sieben, kann man manchmal die Bergspitze gegen die aufgehende Sonne sehen.
 

Entwicklungen

Vor einigen Jahren haben die regionalen Führer den Landbau im Gichugu-Gebiet als Pilot-projekt zur Stimulierung von Arbeit und Einkommen für die Landbevölkerung in den zurück-gebliebenen Gebieten in Angriff genommen. In jüngster Vergangenheit hat das Gebiet noch unter allerlei Unruhen gelitten, weil die Bevölkerung aus verschiedenen Gründen kein aus-reichendes Einkommen hatte. Der unzuverlässige Handel für ihre Landbauprodukte war einer der wichtigsten Gründe. Das Land ist sehr fruchtbar und produktiv und durch den jetzt gemeinsamen kontrollierten Anbau wird der Weg in die Zukunft geebnet.


Die Ausbildung der Bauern über Landbau, nachhaltige Anbaumethoden und Diversifizierung auf ihren Feldern ist ein wichtiges Element, mit der sich die örtliche Obrigkeit beschäftigt. Ein schönes Beispiel ist das Subventionieren der Anlage eines Fischteichs für die Fischzucht, um so die Bauern bei der Erweiterung Ihrer Einkommensquellen zu unterstützen. Damit sind sie nicht mehr unbedingt vom Landbau abhängig und in der Lage ihren Lebensstandard zu verbessern.

 

Darüber hinaus ist der nachhaltige Landbau ein Schwerpunkt bei dieser Bauerngruppe. Ein kürzlich entwickeltes und durchgeführtes Beispiel sind die Tropfbewässerungsanlagen auf einigen Feldern.

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